Von Einsen und Nullen

Hier ist er nun, der Text, mit dem ich im Finale des Bayernslam 2017 in München mein Glück versucht habe… viel Spaß damit.

Von Einsen und Nullen

Die Kaffeemaschine sie blubbert im Rhythmus,
der Drucker spuckt Seite um Seite Papier.
Es stapeln sich Pizzakartons bis zur Decke
im Büro, in der Ecke dort hinter der Tür.
Du weißt, dass ne Rundmail an alle Kollegen
gefährlich sein kann, nicht der Inhalt, oh nein,
doch klickt jeder “Reply all” wird das ohne Frage
der Überlasttod deines Mailservers sein.

Dem Klischee nach, trifft man Dich nur selten im Hausflur
und soziale Gefüge, sagt man, sind Dir fremd.
Du bist fachlich ein Meister, der beste im Haus, nur
im Umgang mit Menschen, seist Du meist gehemmt.
Was vielleicht daran liegt, glaubt man Stereotypen,
dass Dein Zimmer im Haus Deiner Eltern daheim
meist im Keller war und deshalb ist zu vermuten
magst Du Stille und bist gern auch heut noch allein.

All die anderen oben, in Zimmern mit Fenstern,
die verkennen zu oft, was du leistest und tust.
Dass das Leben am Limit der Lichtwellenleiter
ein Job ist, für den man geboren sein muss,
denn das Kriechen auf Knien, im Dreck und im Staube
zum Verlegen der Kabel ist mühsam und hart
und den Wenigsten, die an Berufsehre glauben,
bleibt das Robben durch den Doppelboden erspart.

Doch für alle, die nicht unserem Kreis angehören,
sind wir Nerds oder Geeks und sie lachen voll Hohn,
nur wenn einer der Trottel mal wieder zu blöd war
zwischenzuspeichern, bei ´ner Präsentation,
sein Computer dann ab raucht, und die Arbeit von Stunden
im Datennirvana verloren zu sein scheint
dann rufen sie an und sind plötzlich ganz höflich:
“Ich hab ein Problemchen, sag hilfst Du mir, mein Freund?”

Selbstverständlich durchschauen wir schnell das Theater,
doch wir helfen dann trotzdem, denn es ist unser Job
und je schwerer die Lösung, desto mehr macht es Spaß
wir seh´n Fehler als Challenge und scheißen auf Lob.
Sollen all diese Business Kasper im Anzug
doch glauben, sie wären die Tollsten im Haus.
Die wär´n nix ohne uns, digital amputiert,
diese Backberry-Zombies, ja so sieht es aus!

Denn es gäb weder iPad noch iPod noch iPhone,
keine einzige Mail wäre jemals geschrieben,
es gäbe kein Facebook, kein Xing oder Skype,
ohne uns wär die Welt in der Steinzeit geblieben.
Es gäb auch kein WhatsApp, kein Snapchat, kein Twitter,
Super Mario, Pacman hätten nie existiert
keine Ampel würd´ leuchten, kein Thermomix kochen,
hätten wir nicht die Software dazu programmiert.

Zu sagen, sie stolpern wie Blinde durchs Leben,
das wäre vermessen, soweit will ich nicht gehen
doch erkennen nur wenige, wahrhafte Schönheit,
ist diese in Form von Binärcode zu sehen.
In den Tiefen des Quellcodes, da gehen wir tauchen
und hoch in der Cloud liegt der Sinn unsres Seins.
Unsre Welt ist Big Data, die Blockchain und Bitcoins,
aber sie seh´n nur 001 010 1.

Ja, Vertrieb und auch Marketing sind sicher wichtig
und auch ohne Controlling wär es eher mau.
Doch was wären die alle denn, gäbe es uns nicht?
Selbst die Planung des Fuhrparks läuft mit EDV.
Die Verwaltung, der Einkauf, die Chefsekretärin,
sogar die Kollegen der Juristerei,
die haben beim Ausfall der IT-Systeme
doch heute sofort für den Rest des Tag´s frei

Oben sitzt er, der Chef, im Zwirn von Armani,
Der managt und lenkt, der die Firma regiert,
doch die Regentschaft wär kurz, ohne den Typ in dem Hoodie,
der im Keller die Firewall konfiguriert.
Sie geh´n mittags zu Claudio, fressen Austern und Pasta,
wir sitzen im Keller und essen dort Stullen.
Sie fahr´n Porsche Chayenne, wir fahr´n Bahn oder Klapprad
doch vergesst nie: Wir sind Einsen und sie sind die Nullen!

Deshalb hört, wenn ich sage, was eigentlich klar ist:
Was wir machen verdient von euch allen Respekt!
Informatiker traut euch, kommt raus aus den Schatten…
…wir haben uns lange genug in den Kellern versteckt

Die neuen Termine kommen

In den vergangenen Tagen und Wochen gingen ein paar Auftrittsanfragen für sehr schöne Veranstaltungen ein, bei denen ich schon lange nicht mehr zu Gast war. Unter anderem zieht es mich nach 4 (5?) Jahren mal wieder nach Baden-Baden und ein Open-Air in Kehl ist auch erstmals auf meinem Terminplan.

Stellt euch also darauf ein, dass die Terminübersicht in den kommenden Tagen aktualisiert wird.

Tote Hose?!?

Man könnte meinen, dass hier nichts großartiges mehr geschieht, aber Tatsache ist, dass ich derzeit am Überlegen und Planen bin, wie parkster.de demnächst aussehen wird.

Die kommende Reise könnte eine gute Gelegenheit sein hier wieder neuen Schwung rein zu bringen und während der Großteil der Slam- und Auftrittsthematik bei Facebook abgefrühstückt wird, ist die Umwandlung dieser Seite in ein Reiseblog vielleicht keine schlechte Idee.

Ich lass das mal etwas köcheln…

Home Sweet Home

Nach letztem Dezember habe ich gestern erstmals wieder in Nürnberg beim Wortgefecht auf der Bühne gestanden und was soll ich sagen? Ich hatte einen sehr schönen Abend.

Es ist auch nach all den Jahren immer noch ein tolles Gefühl in der Wahlheimatstadt auf der Bühne zu stehen und wenn es dann so großartig läuft und der Siegerschnaps in meinen Händen landet, dann ist das schwer zu toppen. Maximal durch…

… richtig…

… einen Besuch in der Mata Hari Bar. Es war mir ein Fest meine Mitslammer Nils, Steven, Andi, Flo und Micha in diese wunderbarste aller Bar Nürnbergs mitzunehmen und es schreit nach Wiederholung. Leute, das ist ab jetzt ein gesetzter Punkt auf der Frankentour!

Den Abend abgerundet haben Anja und Simon, die dafür sorgten, dass ich doch nicht um Mitternacht schon nach Hause ging, sondern noch ein wenig (5 STUNDEN!!!) länger blieb. War schon richtig so, da hattet ihr Recht!

Der nächste Bühnenauftritt ist dann am kommenden Dienstag in München beim Isar Slam. Am Wochenende bin ich zuvor aber auch in der Landeshauptstadt, denn es ist Seriencamp.

News

– Mein Buch ist endlich draußen (hier) und dürfte das einzige Buch sein, das keine ISBN- sondern eine ISDN-Nummer (007-X-081569-69-8) hat. Es kann bei Veranstaltungen oder unter shop(rechtschrei)parkster(punk).de erworben werden.

– In der Mainpost war neulich ein Interview mit mir (hier). Die gedruckten Antworten waren stark gekürzt, weshalb teilweise der Sinn und die Aussageintention flöten ging. Passiert.