Alles ist in Bewegung

Am gestrigen Mittag, erhielt ich eine Mail, die ein Thema wiedereröffnet hat, das Anfang des Jahres schon einmal aufgeploppt ist. Ich war eigentlich der Meinung, dass die Sache Ende Mai einen Abschluss gefunden hätte, wurde nun aber eines besseren belehrt.

Als Konsequenz dieser Mail, wird eine Sache ihren Lauf nehmen, die auf den Inhalt der hier erscheint in der einen oder anderen Art und Weise Auswirkungen haben wird. Mehr kann und will ich derzeit nicht sagen. Jedenfalls nicht zu diesem Thema.

Aber zu anderen Themen:

Seit heute steht fest, dass es im kommenden Jahr wieder eine Stadtmeisterschaft im Poetry Slam in Nürnberg geben wird und wie schon bei der ersten Ausgabe, werde ich auch dieses Mal wieder meinen Ring in den Hut werfen und um den Titel kämpfen.

Am 12. November findet außerdem die zweite Ausgabe von El Magos Tretboot statt, die im Frankenfernsehen übertragen wird und bei der yours truely wieder als Sidekick mit netten Informationen und Gästevorstellungen vertreten ist.

Für alle, die am letzten Dienstag nicht bei DLDA sein konnten: Es war großartig. PowerPoint Karaoke als Mittelteil hat sich bewährt und für die kommende Show hatten die Vorgaben dieses Mal wirklich Qualität. Für euch am Mic im Januar: MC Peter Parkster, mit seinem Rap zu den Begriffen „Paracetamol“, „Bismarckhering“ und „Ikea-Bauanleitung“.

Seid gespannt.

 

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Von Einsen und Nullen

Hier ist er nun, der Text, mit dem ich im Finale des Bayernslam 2017 in München mein Glück versucht habe… viel Spaß damit.

Von Einsen und Nullen

Die Kaffeemaschine sie blubbert im Rhythmus,
der Drucker spuckt Seite um Seite Papier.
Es stapeln sich Pizzakartons bis zur Decke
im Büro, in der Ecke dort hinter der Tür.
Du weißt, dass ne Rundmail an alle Kollegen
gefährlich sein kann, nicht der Inhalt, oh nein,
doch klickt jeder “Reply all” wird das ohne Frage
der Überlasttod deines Mailservers sein.

Dem Klischee nach, trifft man Dich nur selten im Hausflur
und soziale Gefüge, sagt man, sind Dir fremd.
Du bist fachlich ein Meister, der beste im Haus, nur
im Umgang mit Menschen, seist Du meist gehemmt.
Was vielleicht daran liegt, glaubt man Stereotypen,
dass Dein Zimmer im Haus Deiner Eltern daheim
meist im Keller war und deshalb ist zu vermuten
magst Du Stille und bist gern auch heut noch allein.

All die anderen oben, in Zimmern mit Fenstern,
die verkennen zu oft, was du leistest und tust.
Dass das Leben am Limit der Lichtwellenleiter
ein Job ist, für den man geboren sein muss,
denn das Kriechen auf Knien, im Dreck und im Staube
zum Verlegen der Kabel ist mühsam und hart
und den Wenigsten, die an Berufsehre glauben,
bleibt das Robben durch den Doppelboden erspart.

Doch für alle, die nicht unserem Kreis angehören,
sind wir Nerds oder Geeks und sie lachen voll Hohn,
nur wenn einer der Trottel mal wieder zu blöd war
zwischenzuspeichern, bei ´ner Präsentation,
sein Computer dann ab raucht, und die Arbeit von Stunden
im Datennirvana verloren zu sein scheint
dann rufen sie an und sind plötzlich ganz höflich:
“Ich hab ein Problemchen, sag hilfst Du mir, mein Freund?”

Selbstverständlich durchschauen wir schnell das Theater,
doch wir helfen dann trotzdem, denn es ist unser Job
und je schwerer die Lösung, desto mehr macht es Spaß
wir seh´n Fehler als Challenge und scheißen auf Lob.
Sollen all diese Business Kasper im Anzug
doch glauben, sie wären die Tollsten im Haus.
Die wär´n nix ohne uns, digital amputiert,
diese Backberry-Zombies, ja so sieht es aus!

Denn es gäb weder iPad noch iPod noch iPhone,
keine einzige Mail wäre jemals geschrieben,
es gäbe kein Facebook, kein Xing oder Skype,
ohne uns wär die Welt in der Steinzeit geblieben.
Es gäb auch kein WhatsApp, kein Snapchat, kein Twitter,
Super Mario, Pacman hätten nie existiert
keine Ampel würd´ leuchten, kein Thermomix kochen,
hätten wir nicht die Software dazu programmiert.

Zu sagen, sie stolpern wie Blinde durchs Leben,
das wäre vermessen, soweit will ich nicht gehen
doch erkennen nur wenige, wahrhafte Schönheit,
ist diese in Form von Binärcode zu sehen.
In den Tiefen des Quellcodes, da gehen wir tauchen
und hoch in der Cloud liegt der Sinn unsres Seins.
Unsre Welt ist Big Data, die Blockchain und Bitcoins,
aber sie seh´n nur 001 010 1.

Ja, Vertrieb und auch Marketing sind sicher wichtig
und auch ohne Controlling wär es eher mau.
Doch was wären die alle denn, gäbe es uns nicht?
Selbst die Planung des Fuhrparks läuft mit EDV.
Die Verwaltung, der Einkauf, die Chefsekretärin,
sogar die Kollegen der Juristerei,
die haben beim Ausfall der IT-Systeme
doch heute sofort für den Rest des Tag´s frei

Oben sitzt er, der Chef, im Zwirn von Armani,
Der managt und lenkt, der die Firma regiert,
doch die Regentschaft wär kurz, ohne den Typ in dem Hoodie,
der im Keller die Firewall konfiguriert.
Sie geh´n mittags zu Claudio, fressen Austern und Pasta,
wir sitzen im Keller und essen dort Stullen.
Sie fahr´n Porsche Chayenne, wir fahr´n Bahn oder Klapprad
doch vergesst nie: Wir sind Einsen und sie sind die Nullen!

Deshalb hört, wenn ich sage, was eigentlich klar ist:
Was wir machen verdient von euch allen Respekt!
Informatiker traut euch, kommt raus aus den Schatten…
…wir haben uns lange genug in den Kellern versteckt

News vom 28.04.2016

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Seit 28 Tagen ist »Es war eine gute Idee, dass wir den Hund Opa genannt haben« auf dem Markt und ich freue mich sehr darüber, dass schon knapp 100 Exemplare ihren Weg in die Bücherregale der Menschen gefunden haben. Von Hamburg bis in die Schweiz gingen die Sendungen und ich bin mal gespannt, was die weiteste Strecke ist, die das Buch im Laufe seines Verkaufs zurücklegen wird. Knapp 500 Ausgaben davon sind noch zu haben, es ist also noch Zeit Kilometer gut zu machen.

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Der Frankenslam 2016 ist vorbei und Thomas Schmidt ist vor 1000 Zuschauern verdienter Champion geworden. Ich freue mich mit und für meinen DLDA-Buddy und hoffe er genießt den Triumpf… nächstes Jahr bin ich wieder dran! Dann in der Arena. In New York. Mit Led Zeppelin als Pausen-Gig!

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Die Termine-Seite hat ein Update bekommen, denn in den vergangenen Wochen sind einige Auftritte in 2016 hinzugekommen. Schaut mal dort vorbei, vielleicht ist ja auch eure Stadt dabei. Hinzugekommen sind unter anderem Kiel, Hamburg, Lübeck, Köln, Heidenheim, Aalen, Coburg und einige weitere Städte. Besonders freue ich mich, dass auch zwei Auftritte im Rahmen der Comic Con in Stuttgart dabei sind. Da wird man mich wohl mit leuchtenden Augen über´s Geläden gehen sehen.

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Abgesehen vom Slam-Thema möchte ich euch allen „The First Avenger: Civil War“ ans Herz legen, die meiner Meinung nach besten Comic-Verfilmung, die wir dieses Jahr haben werden. Selbst wer für Superhelden nichts übrig hat, kann sich durch diesen Film großartig unterhalten fühlen, da er aktuelle Themen aufgreift und in einer Art und Weise behandelt, sie einen als Zuschauer darüber nachdenken lässt, was richtig und falsch ist. Nach „Batfleck vs. Superlame“ geben die Marvel Studios den Glauben an die Comicverfilmungswelt zurück.

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Langeweile

Ich sitze zu Hause, ein klein wenig blau.
Vor mir im TV sucht ein Bauer ´ne Frau,
da stell ich mir die Frage: »Warum schaust Du den Mist!«
und die Antwort ist: »Weil mir halt langweilig ist!«
Nun könnt ich auch spazieren gehen,
´ne Runde mit dem Fahrrad drehen,
auch joggen tät mir sicher gut,
wobei, jetzt wird´s ja schon absurd.

Ich könnt in ein Café mich hocken,
ich könnte World of Warcraft zocken,
es wäre möglich und würd nutzen
tät ich mal wieder Fenster putzen.
All das wär besser, ich gestehe,
als dass ich Frau sucht Bauer sehe

Auch ein Besuch im Staatstheater
oder sogar im Opernhaus
wär besser als zu Hause versauern.
So käme ich zumindest raus.
Doch wieder ist´s der gleiche Status
den ich bei Facebook mit euch teile:
»Hey Welt, was geht? Wie läuft´s bei euch?
Bei mir regiert die Langeweile!«

So langweilig ist mir, ganz ehrlich,
dass, wenn ich in der Sonne döse,
ich schon und das ist echt beschwerlich,
ein Buch von Michl Jakob lese.
Es peinigt mich die Langeweile,
drum hab ich in den letzten sieben
Wochen um ihr zu entgeh´n
ein ziemlich gutes Buch geschrieben.

Um endlich Action zu verspüren
brach ich auch schon im Tierpark ein.
Dort rieb ich mich vor wilden Tieren
von Kopf bis Fuß mit Ketchup ein,
als mich dann Löwen fressen wollten,
flüchtete ich klammheimlich
als Fazit zog ich »Blöder Einfall,
und noch schlimmer: langweilig!«

Denn das Leben es ist heutzutage
ja oftmals langweilig und trist
und das kommt daher, so ich sage,
weil es bei uns echt öde ist,
es droht in Nürnberg nie ´ne Sturmflut
auch Erdbeben sind eher selten
und zwischen uns und großer Armut
liegen, sind wir mal ehrlich, Welten.

Und wer jetzt sagt »Moment mein lieber,
mein Alltag, der hat Stress genug!«
Dem Widerspreche ich entschieden,
denn ich behaupt´ mit Recht und Fug,
dass das was wir als Stress bezeichnen
als Mückenschiss uns wird gewahr,
in dem Moment wo wir erkennen:
„Au back! Jetzt droht echt Gefahr!“

Denn wir vergessen all zu oft nur
dass Langeweile schnell vergeh´n kann
und dass der Luxus „Sorgenfreiheit“
schneller vergeht, als man es sehn kann.
Fragst Du Dich wirklich jeden Morgen
»Bring ich die Kraft heut wieder auf?
Und überleb ich, trotz der Sorgen?«,
kommt keine Langeweile auf.

Nun muss hier keiner Hunger leiden,
der sich nicht mit Diäten quält.
Wir leben hier privilegiert,
im Wohlstand, in der ersten Welt.
Der Staat er stützt, braucht jemand Hilfe
mit Obdach und ein wenig Geld.
Ja klar ist HartzIV viel zu wenig,
doch wichtig ist, dass man’s erhält.

Auch ist das Rechtssystem im Lande
so weit so gut und wohl auch fair.
Bei uns wird keiner eingeknastet
und das nur aus dem Grund weil er
geäußert hat, dass Mutti Merkel
wie Gollum aussieht. (ja na klar)
In andern Ländern, ist das anders.
Fragt einmal wen aus Ankara.

Und trotzdem ist der Deutsche einer,
der meckert, wo er es nur kann
und meistens sieht er sich als Opfer,
die anderen sind schuld daran,
statt denen, die ihn über´n Tisch ziehn
den Marsch zu blasen unumwunden
sucht er die Schuld oft bei den Schwächsten.
Getreten wird stets nur nach unten!

Und heuer sind´s die ärmsten Schweine,
die allem Hab und Gut beraubt.
Die fern der Heimat und alleine
ein sicheres Asyl geglaubt.
Die sind die neuen Sündenböcke
für rechte Gruppen, die schnell wachsen.
Jetzt, Presseleute, zückt die Blöcke:
Denn Nazis gibt´s nicht nur in Sachsen.

Okay da gibt es ziemlich viele
die das Klischee bestätigen
und sich vom Fremdenhass getrieben
als Brandmeister betätigen.
Doch jenen, die jetzt laut krakeelen:
»Der Ossi ist galt einfach blöd!«,
den’n fehlt der Blick für’s große Ganze.
Nein, ganz so einfach ist es ned!

Denn auch in Bayern und in Hamburg,
in Rheinland-Pfalz wie auch im Saarland,
in Württemberg, in Schleswig-Holstein
ja überall wo sie zur Wahl stand
da fand die NPD auch Wähler
die bei ihr’s Hakenkreuzchen machten
und brannte wo ein Flüchtlingsheim,
sah man sie da steht, wie sie lachten.

Schon viel zu lange gärt in unsrer
Mitte das, was Hass gebiert.
Schon viel zu lange wurde von der
Staatsgewalt meist ignoriert,
dass tief in tumber Stammtischpfeiffen
Hirnen oft Ideen reifen,
dass die´s als ihre Pflicht begreifen
jene Leute anzugreifen
die doch eh schon nichts besitzen
und anstatt die zu beschützen,
die vor Krieg und Folter fliehen
sieht man sie mit Fackeln ziehen
„Besorgt sei´n sie!“ hört man sie schrei´n
doch Freunde, fallt darauf nicht rein,
denn die Besorgten, die da wüten,
das sind Rassisten erster Güte!

All deren schlimme Vorurteile,
die tief in deren Köpfen reifen,
die sieht man nun seit einer Weile
auch öffentlich, in Nadelstreifen.
Sie stehen vor Kirchen und auf Märkten,
verbreiten Hass im Internet
und mir wird kalt, wenn ich sie sehe,
als ob es hier schon Winter hätt.

»Warum« frag ich mich immer wieder
»sind sie voll Hass und so gemein?«
Die Antwort ist wohl recht banal
»Das muss die Langeweile sein!«

Im Grenzgebiet wo Mazedonien
auf griechische Gefilde trifft,
wo viele stranden die zuvor
per Schlauchboot über´s Meer geschifft
ist Langeweile sicher etwas
das so mancher sich erträumt
wenn er im Zelt liegt, das im Matsch steht
die Grenze vor ihm eingezäunt.

Wir hier in Deutschland wissen nicht mehr,
was wahrlich Not und Elend sind
doch dass der Bauer meist ne Frau sucht
das weiß hingegen jedes Kind.
In Syrien und im Irak,
da rauben Bomben dir den Schlaf
und hier in Deutschland streiten wir
darüber was Satire darf.

Wir sollten uns zusammenreißen
Und menschlich bleiben, jederzeit.
Denn irgendwann dreht sich das Blatt
und dann ist es vielleicht soweit,
dass wir es sind, die Hilfe brauchen
in einem Lager ohne Dach!

Ich danke euch für´s zuhören

und bitt´ euch…

… denkt mal drüber nach!

Veröffentlicht unter Slam