60. Brüllaffen Slam Ingolstadt

Peter Parkster

Peter Parkster

Am kommenden Samstag wird im Diagonal wieder geslammt.

Die neue Saison startet und Kevin Reichelt präsentiert seinen Gästen ein Line Up, das es in sich hat. Meike Harms aus München und Pascal Simon aus Regensburg sind nur zwei der Künstler, die an dem Abend auftreten werden. Ich selbst gehöre auch zu diesem illustren Kreis und werde einen neuen Text präsentieren. Mehr wird nicht verraten.

Der Sommer scheint nun zu einem Ende zu kommen und, Hand auf´s Herz, ich bin ein wenig froh drum. Denn so ist der Drang in den Biergarten zu gehen nicht so groß und es kann sich auf kommende Auftritte konzentriert werden.

Am 22.10. zum Beispiel, bin ich nach langer Zeit mal wieder im Münchner Lustspielhaus beim Schwabinger Poetry Slam auf der Bühne zu sehen. Bumillo ist ein hervorragender Gastgeber und es wurde wirklich mal wieder Zeit, dass ich ihn besuche.

Auch Chemnitz und Magdeburg stehen wieder im Tourkalender, aber dazu später mehr…

Kammermusik mal anders

Am kommenden Wochenende ist in Coburg das Abschlusskonzert des Klanggrenzen Festival 2018, der schon dritten Ausgabe des interdisziplinären Kammermusikfestivals. Und ich habe die Ehre dabei zu sein.

Unter dem Motto ‚MUSIC SLAM – FORELLENGESCHNETZELTES VOM FEINSTEN‚, darf ich mir die Bühne mit so renommierten Musikern, wie dem Aramis Trio, Annemarie Birckner oder Christian Ernst teilen und meinen (sprachlichen) Teil zum Gelingen des Abends beitragen.

Ich muss gestehen, dass ich mich durch dieses Projekt mehr mit Kammermusik und den Komponisten Franz Schubert und Ralph Vaughan Williams auseinandergesetzt habe, als im kompletten Musikunterricht meiner Schulzeit und das, obwohl ich auch Klassischer Musik immer offen gegenüber war.

Nun habe ich also die Ehre und Freude, dabei mitzuwirken meine beiden Leidenschaften Musik und Sprache miteinander tanzen zu lassen. Oder sich zu zerschnetzeln, je nachdem wie man es sehen möchte.

Das Konzert findet statt am Sonntag, den 08.07.2018 um 19:30 Uhr im Haus Contakt, Coburg. Tickets gibt es (relativ sicher) an der Abendkasse, aber wer die Show auf jeden Fall sehen will, sollte sich welche im Vorverkauf besorgen.

+++ Update +++

Nachdem ich beim Bayernslam 2018 in Würzburg wieder alte Kontakte aufgefrischt habe, kann man sich darauf einstellen, dass es wieder vermehrt zu Auftritten kommen wird. Die restlichen Bücher wollen schließlich an die Frau und den Mann gebracht werden und das Schreiben ist wie so vieles im Sportbereich auch eine reine Übungssache.

Damit ich nicht einrosten, gibt es diese Woche mal ein tägliches Gedicht und den Anfang macht Montag…

Montag

Meistens fängst Du viel zu früh an
meistens mag ich Dich nicht sehr
meistens fängt mir Die die Müh an
drum fällt´s Aufsteh´n mir meist schwer

Bist nicht anders, als die andern,
ein ganz normaler Wochentag,
könnt auch montags schwimmen, wandern,
auch andre Dinge, die ich mag

Dennoch, tu ich Dir meist unrecht
sage deshalb „Tut mir leid!“
bist nun Lieblingstag der Woche
und unter uns… es wird auch Zeit!

In diesem Sinne, guten Start in die Woche und wir sehen uns bei gewogenen Veranstaltungen in eurer Nähe.

Alles ist in Bewegung

Am gestrigen Mittag, erhielt ich eine Mail, die ein Thema wiedereröffnet hat, das Anfang des Jahres schon einmal aufgeploppt ist. Ich war eigentlich der Meinung, dass die Sache Ende Mai einen Abschluss gefunden hätte, wurde nun aber eines besseren belehrt.

Als Konsequenz dieser Mail, wird eine Sache ihren Lauf nehmen, die auf den Inhalt der hier erscheint in der einen oder anderen Art und Weise Auswirkungen haben wird. Mehr kann und will ich derzeit nicht sagen. Jedenfalls nicht zu diesem Thema.

Aber zu anderen Themen:

Seit heute steht fest, dass es im kommenden Jahr wieder eine Stadtmeisterschaft im Poetry Slam in Nürnberg geben wird und wie schon bei der ersten Ausgabe, werde ich auch dieses Mal wieder meinen Ring in den Hut werfen und um den Titel kämpfen.

Am 12. November findet außerdem die zweite Ausgabe von El Magos Tretboot statt, die im Frankenfernsehen übertragen wird und bei der yours truely wieder als Sidekick mit netten Informationen und Gästevorstellungen vertreten ist.

Für alle, die am letzten Dienstag nicht bei DLDA sein konnten: Es war großartig. PowerPoint Karaoke als Mittelteil hat sich bewährt und für die kommende Show hatten die Vorgaben dieses Mal wirklich Qualität. Für euch am Mic im Januar: MC Peter Parkster, mit seinem Rap zu den Begriffen „Paracetamol“, „Bismarckhering“ und „Ikea-Bauanleitung“.

Seid gespannt.

 

Veröffentlicht unter Slam

Von Einsen und Nullen

Hier ist er nun, der Text, mit dem ich im Finale des Bayernslam 2017 in München mein Glück versucht habe… viel Spaß damit.

Von Einsen und Nullen

Die Kaffeemaschine sie blubbert im Rhythmus,
der Drucker spuckt Seite um Seite Papier.
Es stapeln sich Pizzakartons bis zur Decke
im Büro, in der Ecke dort hinter der Tür.
Du weißt, dass ne Rundmail an alle Kollegen
gefährlich sein kann, nicht der Inhalt, oh nein,
doch klickt jeder “Reply all” wird das ohne Frage
der Überlasttod deines Mailservers sein.

Dem Klischee nach, trifft man Dich nur selten im Hausflur
und soziale Gefüge, sagt man, sind Dir fremd.
Du bist fachlich ein Meister, der beste im Haus, nur
im Umgang mit Menschen, seist Du meist gehemmt.
Was vielleicht daran liegt, glaubt man Stereotypen,
dass Dein Zimmer im Haus Deiner Eltern daheim
meist im Keller war und deshalb ist zu vermuten
magst Du Stille und bist gern auch heut noch allein.

All die anderen oben, in Zimmern mit Fenstern,
die verkennen zu oft, was du leistest und tust.
Dass das Leben am Limit der Lichtwellenleiter
ein Job ist, für den man geboren sein muss,
denn das Kriechen auf Knien, im Dreck und im Staube
zum Verlegen der Kabel ist mühsam und hart
und den Wenigsten, die an Berufsehre glauben,
bleibt das Robben durch den Doppelboden erspart.

Doch für alle, die nicht unserem Kreis angehören,
sind wir Nerds oder Geeks und sie lachen voll Hohn,
nur wenn einer der Trottel mal wieder zu blöd war
zwischenzuspeichern, bei ´ner Präsentation,
sein Computer dann ab raucht, und die Arbeit von Stunden
im Datennirvana verloren zu sein scheint
dann rufen sie an und sind plötzlich ganz höflich:
“Ich hab ein Problemchen, sag hilfst Du mir, mein Freund?”

Selbstverständlich durchschauen wir schnell das Theater,
doch wir helfen dann trotzdem, denn es ist unser Job
und je schwerer die Lösung, desto mehr macht es Spaß
wir seh´n Fehler als Challenge und scheißen auf Lob.
Sollen all diese Business Kasper im Anzug
doch glauben, sie wären die Tollsten im Haus.
Die wär´n nix ohne uns, digital amputiert,
diese Backberry-Zombies, ja so sieht es aus!

Denn es gäb weder iPad noch iPod noch iPhone,
keine einzige Mail wäre jemals geschrieben,
es gäbe kein Facebook, kein Xing oder Skype,
ohne uns wär die Welt in der Steinzeit geblieben.
Es gäb auch kein WhatsApp, kein Snapchat, kein Twitter,
Super Mario, Pacman hätten nie existiert
keine Ampel würd´ leuchten, kein Thermomix kochen,
hätten wir nicht die Software dazu programmiert.

Zu sagen, sie stolpern wie Blinde durchs Leben,
das wäre vermessen, soweit will ich nicht gehen
doch erkennen nur wenige, wahrhafte Schönheit,
ist diese in Form von Binärcode zu sehen.
In den Tiefen des Quellcodes, da gehen wir tauchen
und hoch in der Cloud liegt der Sinn unsres Seins.
Unsre Welt ist Big Data, die Blockchain und Bitcoins,
aber sie seh´n nur 001 010 1.

Ja, Vertrieb und auch Marketing sind sicher wichtig
und auch ohne Controlling wär es eher mau.
Doch was wären die alle denn, gäbe es uns nicht?
Selbst die Planung des Fuhrparks läuft mit EDV.
Die Verwaltung, der Einkauf, die Chefsekretärin,
sogar die Kollegen der Juristerei,
die haben beim Ausfall der IT-Systeme
doch heute sofort für den Rest des Tag´s frei

Oben sitzt er, der Chef, im Zwirn von Armani,
Der managt und lenkt, der die Firma regiert,
doch die Regentschaft wär kurz, ohne den Typ in dem Hoodie,
der im Keller die Firewall konfiguriert.
Sie geh´n mittags zu Claudio, fressen Austern und Pasta,
wir sitzen im Keller und essen dort Stullen.
Sie fahr´n Porsche Chayenne, wir fahr´n Bahn oder Klapprad
doch vergesst nie: Wir sind Einsen und sie sind die Nullen!

Deshalb hört, wenn ich sage, was eigentlich klar ist:
Was wir machen verdient von euch allen Respekt!
Informatiker traut euch, kommt raus aus den Schatten…
…wir haben uns lange genug in den Kellern versteckt