Am Tresen #vorgaben #no1

(Text zu den DLDA-Vorgaben „Silberfisch, Gedicht, amüsiert, Spelunke“)

Am Tresen

Es saß früh am Abend als wär nichts gewesen,
ein Silberfisch still in der Nähe des Tresens,
vor sich schaumgekrönt, da befand sich ein Humpen.
Man sah solche Humpen sehr oft in Spelunken.

Der Wirt war ´ne Wanze, die gern und oft lachte,
weshalb er´s auch meistens sehr laut und oft machte.
Hier wurde in der Regel nicht heiß diskutiert,
nein, hier wurde sich über jed´n scheiß amüsiert.

„Hey Kollege“, erschallte ein Ruf durch den Raum,
„komme hier rüber zu uns, ey Du kannst uns vertraun.
Darum schenk mir Dein Ohr und vernimm meine Kunde,
meine Kumpels und ich hier, wir schmeißen ne Runde.“

Es war eine Spinne, die den Silberfisch rief,
und sie war wohl betrunken, denn ihr Blick der war schief.
Der Gerufne stand auf und ging zum Arachniden,
ahnte nicht die Gefahr und man fragt sich „ja wie denn?“

„Ach herrje, dieser Trottel“ war es was der Wirt dachte,
bevor er – ihr ahnt es – wieder lauthals loslachte,
denn im Saarland, in Bayern, in Sachsen und Hessen
wird der Silberfisch oft von der Spinne gefressen

Und so kam es auch hier und dann war er verschlungen,
sodann hatten die Spinnen noch ein Liedchen gesungen,
dann gezahlt und dann waren sie raus aus der Kneipe
und suchten besoffen, gesättigt das Weite.

Der Wirt nahm die Münzen und dann räumte er auf,
dass mancher Gast hier gefressen wurde nahm er in Kauf.
Denn die Spinnen war´n Stammgäste, kamen jede Nacht,
dann schloss er ab, ging nach draußen und hat – ihr ahnt es – gelacht.

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